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Die Geschichte des Jazz

Versucht man die Musikrichtung Jazz als einen in sich geschlossenen Stil zu begreifen, dann wird man diesem Phänomen nicht ansatzweise gerecht. Jazz ist eine Musik, die sich im Laufe Ihrer Geschichte in unzählige Stilrichtungen aufgespalten hat. Gemeinsam haben sie, dass Jazz immer etwas mit Individualität und freier Interpretation zu tun hat. Einen kurzen Abriss der Ursprünge des Jazz und seiner Entwicklung bis in die Gegenwart gibt dieser Artikel.

Die Ursprünge des Jazz

Auf der Suche nach den Ursprüngen des Jazz findet man sich in einer der dunkelsten Epochen der US-amerikanischen Geschichte wieder. Die aus Afrika deportierten Sklaven, die Zwangsarbeit auf den Plantagen verrichteten, brachten ihre afrikanischen Musiktraditionen mit in die neue Welt. Im Laufe der Zeit verbanden sich Elemente der westafrikanischen Volksmusik mit europäischen und genuin amerikanischen Einflüssen zu einer neuen Musik. Dabei verbanden sich vor allem relativ freie Formen des afrikanischen Gesangs und Improvisationstechniken mit musiktheoretischen Ansätzen der europäischen Tradition. Die europäischen Ordnungsprinzipien aus der Harmonielehre zusammen mit der freien Interpretation afrikanischer Rhythmen bildeten die ersten Formen des Jazz.

Die Entwicklung des Jazz

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sich aus den unterschiedlichen Einflüssen verschiedene Ausprägungen des Jazz, die die Vielfalt der heutigen Musikrichtungen erklären. Eine Melange aus allen diesen Stilrichtungen und ihren Feinheiten bietet die Grammophon Jazzband, eine Band, die mit voller Leidenschaft das gesamte Spektrum des Jazz verinnerlicht hat.

New-Orleans-Jazz

Der erste prägende Stil des Jazz entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts in New-Orleans und hatte Anfang des 20. Jahrhunderts seine Hochzeit. Dieser Stil basierte auf dem Zusammenspiel von Kornett, Trompete, Posaune, Tuba, Kontrabass und Schlagzeug. Diese Ausprägung des Jazz legte großen Wert auf freie Interpretationen und dynamische Melodien. Eine feinabgestimmte harmonische Grundlage nach europäischem Vorbild stand im Hintergrund.
Prägende Figuren des New-Orleans-Jazz waren Buddy Bolden, King Oliver oder auch Bunk Johnson. Der von Farbigen entwickelte Stil wurde alsbald von weißen Dixieland Bands übernommen, kommerziell angepasst und verwertet. Der Dixie-Land-Jazz hatte weltweiten Erfolg.

Die Epoche des Louis Armstrong

Louis Armstrong war einer der ersten Virtuosen der Jazzmusik. Als Solo-Trompeter erregte er mit seinen Bands, Hot Five und Hot Seven, Aufsehen. Ihm ist die Fokussierung auf den Solisten zu verdanken. Auch der Scat-Gesang und seine Improvisationstechniken setzten Maßstäbe für alle Jazzmusiker, die nach ihm kamen.

Jazz im Norden der USA

Durch die fortschreitende Industrialisierung zog es viele farbige Arbeiter aus dem Süden in die Industriemetropolen New York City und Chicago. Diese Auswanderer brachten ihre Musik mit sich. Dadurch entwickelte sich der Chicago-Stil. Vertreter dieses im New-Orleans-Jazz wurzelnden Stils waren zum Beispiel Eddie Condon, Jack Teagarden oder auch Bix Beiderbecke. Aus Chicago breitete sich der Stil auch in den Clubs von New York City aus.

Swing, Bebop, Jazzrock, Cool Jazz und Hardbop

Im Laufe der Zeit bildeten sich zahlreiche Unterkategorien des Jazz aus, die alle gewisse Eigenarten hatten. Während der Swing in den 20er Jahren der Jazzmusik mit seinen Big Bands weltweite Aufmerksamkeit verschaffte, entwickelte sich nach Ende des zweiten Weltkriegs mit dem Bebop eine Gegenbewegung zu den klaren Strukturen des Swing. In den 50er und 60er Jahren wurden schließlich große Namen wie Miles Davis und John Coltrane die prägenden Figuren der Jazzmusik. Sie sind im Cool Jazz und Hardbop zu verorten. Bis in die 80er hinein blieben die kreativen Ideen Miles Davis maßgeblich für die Entwicklung der Jazzmusik.

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