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Jens Buchert (Ambient, Chillout und Lounge Produzent) im Interview

Ambient, Chillout und Lounge Produzent…

Jens Buchert zählt zu den angesagtesten Produzenten in den Genre Downbeat, Ambient, Trip Hop, Chillout und Lounge. Mit seiner Musik berührt er die Menschen und verzaubert mit sphärischen Klängen. Er nimmt die Hörer seiner Musik mit auf eine musikalische (Klang-) Reise durch Raum und Zeit. Jens Buchert nutzt die Klänge und Frequenzen als emotionales Ausdrucksmittel und erfreut sich über ein positives Feedback seiner emotional-berührenden Musik.

Als Komponist, Produzent, Labelinhaber, Videoartist und Filmwissenschaftler ist er schon mehr als 20 Jahre im Musikbusiness unterwegs. Er ist durch und durch ein musikliebender und -lebender Künstler, der sich als sehr naturverbunden bezeichnet.

Eine Vielzahl an Alben hat Jens Buchert in den letzten Jahren veröffentlicht und seine Musik erschien auf mehr als 300 namhaften Compilations. Auch die Medien- und Werbeindustrie hat seine Musik für sich entdeckt, so dass diese für TV-Spielfilme, Videoclips, Dokumentarfilmen und TV-Spots verwendet wurden. Man kann also davon ausgehen, dass wir alle, wenn auch wahrscheinlich eher unbewusst, mit Jens Bucherts Musik in Berührung gekommen sind.

Am 19.02.2015 ist sein aktuelles Album „Orbital Resort“ erschienen, das mit 19 qualitativ hochwertigen Tracks ganz klar als „Balsam für die Ohren“ bezeichnet werden kann. Jenseits vom Mainstream präsentiert Jens Buchert Tracks mit räumlicher Tiefe und beruhigenden Klängen, so dass jeder, der seine Musik genießt, emotional berührt wird und sich total entspannen kann.

Erfahrt nun im nachfolgenden Interview mehr über diesen außergewöhnlichen Künstler mit seinen vielen Talenten und Ressourcen. Seid gespannt, welche Persönlichkeit hinter dem Künstler Jens Buchert steckt und wie es dazu kommt, dass ein Mensch Musik erschafft, die einen so verzaubert.

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Das Interview führte Dani Zecke:

Hallo Jens, ich freue mich sehr, dich für eins meiner Interviews gewinnen zu können. Ich habe mir gerade dein aktuelles Album „Orbital Resort“ zur Einstimmung angehört und bin jetzt total gespannt, was wir über dich erfahren dürfen.

Jens Buchert:

Hallo Dani, freut’ mich auch sehr ! Ich bin auf deine Fragen (und meine Selbst-Reflexion) gespannt und hoffe, dass dich mein neues Album etwas berührt und   beflügelt hat. Es ist ja sehr vielschichtig, aber dennoch klar strukturiert, wenn man genauer hinhört. . Nach mehreren Produktions- und Kreativprozessen, habe ich bei den Titeln nur noch die „starken Triebe und Äste“ stehen lassen, wie bei einem großen Baum – und den „Ballast“ abgeworfen.  Die Arbeit an diesem Album hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte immer wieder die Vorstellung, in diesem Space-Resort im Orbit zu sitzen und zu verschiedenen Orten durch den Weltraum zu reisen. So wurde jeder Titel zu einer Station und ich habe mit den einzelnen Genres gespielt. Ich muss zugeben, dass ich in dem Zeitraum einige Sciencefiction Filme und Romane konsumiert habe. Es entstanden neben den sphärischen auch etwas clubigere Tracks, wie Popularisator oder Dub angehauchte wie Space Cuisine. Ich habe diesmal auch besonders großen Wert auf einen warmen und analogen Referenz-Sound gelegt und viel mit Röhren – Psychoakustikprozessoren herumexperimentiert. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und kann mein neues Baby beruhigt losschicken und in der weiten Welt erklingen lassen.

Dani: Ich habe ziemlich viele Seiten im Internet durchforstet, um mir Informationen zu deiner Person einzuholen. Dabei fiel mir auf, dass leider nichts zu deinen Anfängen als Künstler zu finden war. Kannst du uns mal berichten, wie du überhaupt zur Musik gekommen bist? Wann und vor allem wie hat alles bei dir begonnen? Ich finde gerade den Anfang einer solch nennenswerten Karriere interessant, weil man da die Weiterentwicklung des jeweiligen Künstlers sehen kann.

Jens Buchert:

Es fing konkret schon sehr früh im Alter von etwa sechs oder sieben Jahren an, als ich das erste Mal bei Freunden meiner Eltern eine echte Hammond-Orgel erblicken durfte und völlig von diesem Instrument fasziniert war. Ein elektrisches Gerät, dass warme, schwebende Klänge produziert – eine Art Klang-Organ-Ismus! Dann kam mit 8 Jahren der Klavier- und Orgelunterricht an einer privaten Musikschule dazu. Mit 12 switchte ich dann auf Synthesizer um und war von diesen wie besessen. Ich verbrachte in meiner Jugend täglich Stunden mit meinen Synthesizern und versuchte damals schon, ihnen neuartige Klänge zu entlocken. Es könnte auch sein, dass ich ein paar Musikgenre von meinem Großvater mütterlicher seit´s vermacht bekommen habe. Er war ein Multi-Instrumentalist und Dirigent eines kleinen Orchesters. Leider konnte ich ihn als Opfer des zweiten Weltkrieges nie kennen lernen.  Ich habe auch mehrere Jahre in Tonstudios verbracht und bekam da die Möglichkeit, mich auch an analogen Moog, Korg oder EMS Synthesizern auszutoben, zu experimentieren und mich musikalisch zu entwickeln.  Es war damals schon so eine Art Eremitentum im „Klangkloster“, was bis heute teilweise noch so ist.  Aus dieser Zeit, etwa 1991 bis 1996 existieren noch einige sehr abgefahrene Aufnahmen auf DAT- Band. Vielleicht Release ich die eines Tages, wenn meine Fans das möchten…?

Dani: Du bewegst dich in den Genre Downbeat, Ambient, Trip Hop, Chillout und Lounge und beweist mit deiner Vielzahl an Veröffentlichungen dein Talent und deine Kreativität. Warst du von Anfang an mit diesen Genre verbunden oder hat sich deine Leidenschaft für diese Musik über die Jahre entwickelt? Hast du dich in all den Jahren, in denen du Musik präsentierst, auch mal in anderen Genre probiert?

Jens Buchert:

Grundsätzlich mag ich dieses Genre-Denken überhaupt nicht. Ich bezeichne meine Musik als „Electronica“ oder eben als „Electronic Deep Moods Music“.  Ich will mich nicht einschränken lassen, wie meine Musik zu sein hat. Die Branche oder die Vermarktung verlangt leider immer nach solchen Wischi-Waschi-Schubladen-Begriffen. Die Art von Musik hat mich aber schon immer fasziniert und berührt. Mit 18 Jahren war ich auch schon mal Sänger und Keyboarder einer New Wave-Beat-Punk Band. Wobei sich mein Hang zur Electronic Music schon immer abzeichnete. Doch ich habe mich auch mit der klassischen Instrumentierung sehr beschäftigt und verwende manchmal gerne ein prägnantes Cello oder Streicher in meinen Tracks. Zudem werden aber diese Genrebegriffe oft durch zu viele, qualitativ bedenkliche, Produktionen leider überstrapaziert. Da wird von manchen Labels einfach nur der Begriff „Chillout“ oder „Lounge“ drauf gepappt und fertig ist die Fahrstuhl – Compilation. Aber das ist ja in allen Musikgenres ähnlich.

Dani: Dein aktuelles Album „Orbital Resort“, das am 19.02.2015 erschienen ist, wird mit den treffenden Worten beschrieben … „Es erwartet Sie intelligente Downbeats, eindringliche analoge Klangwärme, ergreifende Soundkreationen, vielschichtige Kompositionen und sphärisches Ambient.“ (http://www.wildwechsel.de/jens-buchert-orbital-resort/) … Mit welchen Worten würdest du persönlich deine Musik beschreiben? Was möchtest du bei den Hörern mit deiner Musik erreichen bzw. was soll deine Musik bewirken?

Jens Buchert:

Emotionale Klangreisen oder – da sind wir wieder beim Begriff- „Electronic Deep Moods Music“.  Oder vielleicht „akustischer Tranquilizer“ für die Afterhour in den Clubs? Ansonsten sollte eigentlich der Hörer entscheiden, was das für Musik für IHN/SIE ist. Ich möchte die Menschen über meine Musik emotionalisieren, ihnen ein gutes oder auch tiefes Gefühl geben, ihre Synapsen streicheln, sie vom Alltag weg holen, an die Hand nehmen und sie etwas befreien, mit Hilfe ihrer Fantasie und körpereigenen Drogen, die Mutter Natur uns mitgegeben hat. Bestimmte Frequenzen und Harmonien wirken dabei auch auf das limbische System und Unterbewusstsein und  können den Bewusstseinszustand positiv verändern. Man kann sich aber auch einfach nur etwas davon treiben lassen und dabei chillen im Auto oder auf’m Balkon.

Dani: Musik bestimmt ja sozusagen dein Leben und das zeigt sich ganz klar in deinen vielseitigen Arbeitsbereichen. Du arbeitest als Komponist, Produzent,  Labelinhaber, Videoartist und Filmwissenschaftler. Welcher deiner Arbeitsbereiche nimmt die meiste Zeit in Anspruch? Welche dieser Arbeitsfelder liegt dir persönlich am Besten bzw. übst du am liebsten aus? Wie schaffst du den Spagat, um all deinen Wirkungskreisen gerecht zu werden?

Jens Buchert:

Meine Musik ist praktisch mein Lebenselixier – der Mittelpunkt, die Berufung und die Säule meines Daseins. Das Visuelle ist an das akustische gekoppelt und ein weiteres Spiel- und Arbeitsfeld.  Natürlich gibt es auch Tätigkeiten für mein Label, die jetzt nicht so motivierend und eher belastend sind. Aber die Musik muss ja auch irgendwie (unverfälscht!) zu den Menschen über bestimmte Medien gebracht werden. Und wie die Erfahrung bisher bei mir gezeigt hat, ist es besser, man nimmt dies selber in die Hand.

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Dani: Du beschreibst, dass deine Musik (Klang-) Reisen durch Raum und Zeit sind und du die Klänge und Frequenzen als emotionales Ausdrucksmittel nutzt. Spiegelt sich in deiner Musik auch ein Stück deine Persönlichkeit wieder? Was passiert in dir emotional, wenn du deine eigene Musik hörst? Hörst du privat ganz andere Musik zum Ausgleich oder bestimmen deine ausgewählten Genre dein Leben?

Jens Buchert:

Auf jeden Fall – das bin ich! Das sind meine transportierten und transformierten Gefühle, Gedanken, Schwingungen und Statements. Wenn ich meine eigene Musik höre, schalte ich automatisch in den „Analyse-Modus“. Ich nehme die Musik auf, teile sie auf in ihre Bestandteile, setze sie wieder zusammen und beurteile die Wirkung, indem ich versuche mich wieder davon zu distanzieren. Ich höre ALLES was gut klingt und mich berührt. Hinzu kommt dann noch die momentane Stimmung. Es kann mal barocke Klassik von Telemann, Tuva-Gesänge aus der mongolischen Steppe, bis hin zu etwas härteren Tönen von Marilyn Manson sein. Auch genieße ich manchmal die Musik aus meiner Punk, Wave und Post-Flower-Power Zeit von Sex Pistols, Depeche Mode, Sisters of Mercy, Aphrodites Child bis hin zu Jimi Hendrix und Leonard Cohen. Ich liebe natürlich elektronische Musik besonders – in all ihren Nuancen.  Es gibt für mich keine musikalischen Grenzen – bis auf die Skihütten, Ballermann und Trullala-Fraktionen, da habe ich überhaupt keinen Zugang zu. Aber wem es gefällt, der soll dazu schunkeln, hüpfen oder mitsingen.

Dani: Im einleitenden Text zu deiner Person habe ich erwähnt, dass du positives Feedback auf deine Arbeit bekommst. Menschen tanken daraus Kraft in Lebenskrisen oder für kreative (persönliche) Prozesse. Wie gehst du mit solch positivem Feedback um? Berührt es dich, wenn Menschen dir mitteilen, was deine Musik mit ihnen macht? Wie wichtig ist für dich allgemein ein Feedback von den Konsumenten? Nutzt du diese Möglichkeit für dich, um sich weiter zu entwickeln?

Jens Buchert:

Da dies ja die Intention meiner Musik ist, schätze ich solche Feedbacks sehr. Sie sind mit ein wichtiger Treibstoff für das nächste Klang-Raumschiff, das an den Start geht. Ohne diese Menschen würde es keinen Sinn machen und es gäbe wohl nicht genug Motivation weiter Alben zu produzieren. So geht es aber jedem Künstler. Ich glaube nicht, dass es Kunst gibt, die kein (positives) Feedback sucht. Ebenso schätze ich auch kritisches Feedback, dann ist es auch nicht negativ. Wenn es begründet und berechtigt ist, verletzt es mich auch nicht. Leider gibt es auch immer wieder negative Kritik, die einen anderen Hintergrund hat oder ahnungslos im Dunkeln tappt. Am schlimmsten ist es aber für einen Künstler, wenn Nichts zurück kommt.

Dani: Als wir beide in Bezug auf das Interview gemailt haben, hast du mir ein paar Anhaltspunkte gegeben, mit denen ich arbeiten durfte. Zwei dieser Punkte haben mich persönlich sehr angesprochen, die ich an dieser Stelle unbedingt aufgreifen möchte. Du hast dich selbst als naturverbunden und menschenscheu beschrieben. Kannst du diese beiden Punkte genauer definieren? Was bedeutet für dich naturverbunden zu sein bzw. wie genießt du deine Zeit in der Natur? Sind diese beiden Eigenschaften vielleicht das Erfolgsrezept deiner Arbeit? Gibt es noch weitere persönliche Eigenschaften, die dir auf deinem beruflichen Weg hilfreich sind?

Jens Buchert:

Der Mensch, die Tiere, die Natur, das Universum ist alles ein miteinander verbundenes und vernetztes System – auch auf verschiedenen Ebenen. Der geniale Film „Avatar“ beinhaltet diesen Aspekt als zentrales Thema und transportiert ihn in eine zukünftige Welt, die wiederum ein Avatar für unsere Welt ist. Ich spüre eine große Demut und universelle Liebe für unsere Natur. Unser Planet ist nichts anderes, als ein lebender, empfindsamer und momentan leidender Organismus. Die Kraft der Natur, ihre bedingungslose Schönheit und die Verbundenheit mit ihr, lösen bei mir sehr starke Gefühle aus, die auf Resonanz und auf  etwas sehr ursprünglichem beruhen. Ebenso ist aber auch die Dualität in unserer Natur immer präsent. Die Ruhe, die die Natur an manchen Orten noch bieten kann, ist sehr wichtig für mich zum „Auftanken“. Gegenüber zu vielen Menschen und deren Vibrations- bin ich etwas scheu, da ich vermutlich sehr sensible „Antennen“ habe, die dann etwas übersteuern. Menschenscheu bedeutet hier auch Distanz gegenüber Menschen, die dich nur für ihren Zweck, ihre Gier, Selbstdarstellung und ihr Ego benutzen wollen.

Dani: In dieser Frage möchte ich das Label „JeBu Records“ ansprechen, da ich im bisherigen Verlauf des Interviews noch gar nicht darauf eingegangen bin. Wie der Name des Labels schon ableiten lässt, bist du der Labelinhaber und präsentierst dort feinste elektronische Musik. Vermarktest du auf deinem Label hauptsächlich nur deine eigene Musik oder hast du dort auch weitere Künstler unter Vertrag? Welche Aufgabe übernimmt das Label bei der Vermarktung von Musik? Wie kann sich jemand, der kein musikalisches Hintergrundwissen besitzt, deine Labelarbeit vorstellen?

Jens Buchert:

Der Name des Labels entstand in dem Moment, als mich die Beamtin beim Gewerbeamt fragte: „Wie heißt des Label denn?“ Da fiel mir halt gerade nichts besseres ein. Ich habe keine anderen Künstler unter Vertrag, da die Zeit und Energie, die meine Musik in Anspruch nimmt, dies nicht zulässt. Und ich würde nie andere Künstler an mich binden, wenn ich ihnen nicht die optimale Betreuung bieten könnte. Labelarbeit bedeutet einfach, die Musik möglichst effektiv und direkt zu den Menschen zu bringen, mit Hilfe von den relevanten Medien, wie Internet, CD, Radio und TV.  Kurzum gesagt, die Musik weltweit verfügbar zu machen, wie in bekannten Musikportalen, wie iTunes, Spotify oder Amazon –  so gut es eben in einem bestimmten Rahmen geht und Sinn macht. Und den Leuten die Musik zur Verfügung stellen, die etwas dazu beitragen möchten, dass mehr Menschen auf die Musik aufmerksam werden und „Lust“ darauf bekommen.

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Dani: Nachdem dein aktuelles Album am 19.02.2015 veröffentlicht wurde, würde mich an dieser Stelle interessieren, was wir als nächstes von dir erwarten können? Welche Pläne hast du dir für die Zukunft gesteckt und welche Ziele strebst du an? Arbeitest du auch schon wieder an neuen musikalischen Ideen? Bitte mach uns doch mal ein wenig neugierig auf deine bevorstehenden Arbeiten. Hierbei wäre es schön, wenn du uns Informationen aus deinen verschiedenen Arbeitsfeldern geben könntest.

Jens Buchert:

Die Online-Release war am 19.02. und die CD-Release ist am 19.03.. Zuerst muss ich nun meine kreativen Batterien wieder aufladen und sich die Energien neu formieren lassen. Man versucht immer beim nächsten Album einen Schritt weiter zu gehen und noch eins drauf zu setzen. Meine Klangreise soll ja (noch) weiter gehen und immer irgendwie den Zuhörer überraschen. Die Produktion mit einer markanten (Frauen-)Stimme, nach der ich immer noch suche, sowie neuartige Instrumente, die stärkere Einbeziehung holographischer Klänge und visueller Aspekte schwirren bereits im Raum. Ich möchte mich parallel auch etwas verstärkt dem Filmen und der Fotografie widmen. Die Arbeit mit der Kamera und die Produktion von Bildern ist auch ein sehr faszinierender Bereich und Prozess. Ob daraus jetzt ein Musikclip, eine Fotoserie oder ein Kunstprojekt entsteht und veröffentlicht wird, weiß ich noch nicht. Die besten Ideen hat man, wenn man nicht darüber nachdenkt.

Dani: Ich finde es echt beeindruckend, dass du schon über 20 Jahre aktiv in der Musikbranche arbeitest …und noch kein bisschen müde wirkst. Wenn du rückblickend die letzten 20 Jahre reflektierst, würdest du einiges anders machen, wenn du die Möglichkeit dazu hättest? Hast du schon eine Idee, wie lange du noch aktiv mit der Musik arbeiten möchtest? Kannst du dir überhaupt ein Leben ohne Musik vorstellen?

Jens Buchert:

Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich diesen Beruf ausführen darf. Es ist ein großes Lebensgeschenk. Müdigkeit gehört immer dazu, denn die darauf folgende verlangte Ruhe leitet immer einen neuen kreativen Prozess bei mir ein. Ich würde rückblickend auf jeden Fall bestimmten Menschen nicht mehr blauäugig vertrauen und mich gezielter gegen negative Aspekte in der Branche wehren. Ich versuche immer aus meinen Fehlern zu lernen und nichts nach zu trauern. Da unsere Gedanken die Realität formen und bedingen ist alles immer auch richtig, so wie es ist. Für mich und die Musik gibt es keine zeitliche Begrenzung. Solange ich noch die Finger bewegen kann, irgendwas höre und so was wie Strom verfügbar habe, müssen die mich dann schon wegtragen von meinem Keyboard, Mac und den Apparaten! Musik ist mein Leben und unzertrennlich damit verbunden.

Dani: Zum Abschluss des Interviews möchte ich dir gerne noch eine persönliche Frage stellen. Im Rückblick auf deine Arbeit bzw. deine verschiedenen Arbeitsfeldern stellt sich mir die Frage, ob du überhaupt noch Zeit für dich hast …also Freizeit, um dich zu erholen und Kraft zu sammeln? Wenn ja, wie gestaltest du deine freie Zeit? Welchen Stellenwert haben deine Familie und deine Freunde in deinem Leben? Findet sich die Musik auch in deiner freien Zeit wieder oder verbannst du diese aus deiner kostbaren Freizeit?

Jens Buchert:

Ja, ich habe die Zeit, denn ich nehme sie mir, wenn es nötig ist. Ich möchte im JETZT leben und genießen. Dazu gehört für mich auch Abwechslung, wie in der Natur zu sein, in meinem Garten buddeln, gestalten, chillen, wandern,  meine Eltern besuchen, mit Freunden was trinken gehen und selbstverständlich die Musik gehört ganz normal dazu. Es gibt aber Momente, nach einem langen Studiotag, an dem ich an einem Titel gearbeitet (und ihn wahrscheinlich 1000 Mal konzentriert gehört) habe, in denen ich dann die absolute Stille brauche. Nur der Soundtrack der Natur darf dann live gespielt werden.  Ich danke dir für Dein Interview:-)

Weitere Infos zu Jens Buchert und seiner Arbeit findet Ihr unter:

http://www.jensbuchert.com/

https://www.facebook.com/jens.buchert?fref=ts

https://soundcloud.com/jens-buchert

copyright: Dani Zecke
Photocredits: Jens Buchert

Die Soundjungle Redaktion dankt Dani Zecke für die zur Verfügungstellung des Interviews.

Aktuelle Veröffentlichung:


 

Jens Buchert ist im übrigen auch mit 2 Songs auf der am 10.07.2015 erscheinenden World Chill-Lounge 2015-1 – the Best of World Chill Lounge Charts Compilation vertreten… weitere Infos findet ihr hier -> http://www.khb-music.de/release/world-chill-lounge-2015-1-the-best-of-world-chill-lounge-charts/

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