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Spielesoundtrack – Nebensache oder Spannungsmacher?

Quelle: Pexels

Erscheint ein neues Spiel auf dem Markt, ergründen zahlreiche Kritiker, Blogger und Let’s-Player die Qualität des Produkts. Wie ist das Gameplay ausgearbeitet? Was gibt die Story her? Wie gut sind die Grafiken? Soundtracks werden oft nur in einem Nebensatz erwähnt, dabei sind genau diese oft ein ausschlaggebender Teil der Spannung und Dramatik. Wir wollen uns daher ganz bewusst der Spielemusik zuwenden und ergründen, warum diese so wichtig und doch so unterschätzt ist!

Die menschlichen Sinne

Von unseren fünf Sinnesorganen sind es wohl die Augen, denen wir im Normalfall die meiste Aufmerksamkeit schenken – sie machen bis zu 80 % unseres Sinneseindrucks aus. Mit ihnen beobachten wir, was rund um uns geschieht und können durch das Öffnen und Schließen der Augen aktiv entscheiden, wann wir unseren Sehsinn aktivieren und worauf wir ihn fokussieren. Anders ist dies mit unseren Ohren, denn unser Hörsinn ist immer aktiv und kann sich nicht auf nur ein Geräusch ausrichten. Genau aus diesem Grund hat unser Gehirn schon in frühen Jahren gelernt, den Gehörsinn ausfiltern zu können. Zwar hören wir immer, wir hören jedoch nicht immer zu. Hintergrundgeräusche wie das Gezwitscher von Vögeln, das Brummen des Kühlschranks oder das Gespräch am Nebentisch werden dabei ganz gekonnt ausgeblendet und nur wenn wir uns derer bewusst werden, hören wir tatsächlich klar zu. Ähnlich passiert es mit der Musik in Filmen, Spielen oder auch im echten Leben. Während wir die Musik in der Bar vielleicht nicht genau mithören, beeinflusst sie unsere Laune doch gewaltig und kann uns sogar müde oder munter machen. In Filmen ist dies nicht anders. Ohne die dramatische Pianomusik am Ende des Liebesfilms würde wahrscheinlich nur die Hälfte der Zuseher zu Tränen gerührt werden. Auch Horrorfilme und Thriller leben von ihrem Soundtrack. Man stelle sich die Filmklassiker Der weiße Hai oder die Duschszene in Psycho einmal ohne Musik vor. Die Anspannung wäre wohl kaum so groß.

Musik in Spielen

Zu Beginn der Spieleentwicklung waren Soundtracks nicht viel mehr als ein Piepsen, das an die Klingeltöne alter Handys erinnerte. Es dauerte jedoch nicht lange, bis erste großartige Hintergrundmusikstücke geschrieben wurden. Dabei kann der Soundtrack ganz verschiedene Zwecke erfüllen. Als das erste Spiel in der Super-Mario-Saga erschien, sollte die heute berühmte Musik wohl eher einfach gute Stimmung machen. Heute ist sie das Markenzeichen der Saga und für jeden Gamer unverkennbar. In Spielen wie Last of Us vermittelt die triste, langsame Geigen- und Pianomusik ein Gefühl der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Auch das Auslassen von Musik kann stellenweise zu großer Spannung führen. Wenn es ganz plötzlich still wird, kann dies nichts Gutes heißen. Musik in Casino Games soll dafür eher ein authentisches Feeling erzeugen. Hier wird der Soundtrack oft mit Umgebungsgeräuschen versehen, die man in einer Spielhalle antrifft. Bei Automatenspielen läuft auch gerne Musik im Hintergrund, die bei einem Gewinn lauter und schnell wird. Dies kann das Hochgefühl des Spielers noch gesteigert werden. Die Spielereihe von Grand Theft Auto nutzt wiederum bekannte Songs und spielt sie in Form eines Autoradios ab. Spieler können sogar Kanäle wechseln und sich ihr Musikgenre aussuchen, sobald sie in einem Auto sitzen.

Der Soundtrack eines Spiels ist alles andere als unwichtig. Er ist ausschlaggebend für die Stimmung und kann enorme Anspannung erzeugen. Auch wenn wir den Soundtrack nicht immer aktiv mithören, beeinflusst er uns unterbewusst stark.

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