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Sunrise Avenue spielen ein Geheimkonzert in Berlin

© Benjamin Wahlert / Universal Music


Die finnischen Pop-Rocker von Sunrise Avenue melden sich nach einer langen kreativen Schaffenspause wieder zurück und gaben noch vor baldigen Tourstart (11.10. Helsinki) am Donnerstag den 14.09. für eine kleine Gruppe Fans und Medienpartner ein Geheimkonzert in Berlin.
Noch vor offizieller Veröffentlichung wurden, im kleinen Rahmen von höchstens 150 Besuchern, die ersten Songs vom kommenden Album ‚Heartbreak Century‘ (VÖ 06.10.) vorgestellt. Die limitierten und sehr begehrten Karten hierfür gab es nicht zu kaufen, diese konnten nur bei verschiedenen Radiosendern, Universal und Bravado gewonnen werden.

Ab 16 Uhr versammelten sich alle Gäste am Alexanderplatz, um wenig später mit zwei Reisebussen für ca. 30 Minuten durch Berlin zu dem geheimen Ort, an welchem das Konzert stattfinden sollte, gefahren zu werden. Die Secret Location stellte sich als Firmengelände heraus, auf denen die Firma Black Box Music zwei Hallen mit Veranstaltungsräumen hat. Dort angekommen musste man zuerst Handys und Fotoapparate abgeben und wurde dann auf dem Platz vor dem Eingang ins Gebäude versammelt. Die Gruppe von ca 100 Leuten trug inzwischen rote Shirts, auf denen sich passend zum Design der ‚Heartbreak Century‘ Thematik ein weißes Herz befand.

Nach einer kurzen Einweisung in den folgenden Programmpunkt, wurde man in vier Gruppen eingeteilt. Die Aufgabe der Anwesenden war nun, aus vier verschiedenen Richtungen kommend, auf dem Platz ein großes Herz zu formen. Dies sollte, zusammen mit den Mitgliedern von Sunrise Avenue in der Mitte, sowohl gefilmt, als auch fotografiert werden. Bevor die Band sich dazu gesellte, wurde in mehren Durchläufen geübt, in das Herz zu gehen oder zu laufen. Als das zufriedenstellend funktionierte, kam auch Sunrise Avenue zur versammelten Menge und wurde mit einem Applaus begrüßt. Nachdem das Material im Kasten war, verabschiedete sich die Band wieder und man durfte in den Veranstaltungsraum.

In der vierten Etage angekommen, kam man in einen kleinen aber dennoch gemütlichen Raum, in dem sich auch die ungewohnt niedrige Bühne befand. Die ersten Reihen davor waren bereits gefüllt, es war dennoch viel entspannter als bei den üblichen Konzerten. Zur Stärkung hatte man die Auswahl aus verschiedenen Fingerfoodspezialitäten, diversen Fritz-Kola Sorten und alkoholische Getränke. Es herrschte eine erwartungsvolle Stimmung, die sich merklich immer weiter steigerte.

Das Set war mit Hockern ausgestattet, so dass man schon von vornherein eine acoustic Session erwartete. Für die Fans war die Band an diesem Abend ungewohnt nah, was die Atmosphäre vor der Bühne zu etwas Besonderem machte. Alle waren gespannt, wie die neuen Songs wohl klingen und ob man sie denn auch mögen würde.
Kurz nach 19:30 war es dann soweit und Sunrise Avenue betrat die Bühne. Samu begrüßte das Publikum und gestand, dass sie sich noch wenige Minuten zuvor ein bisschen verloren fühlten und sie zwar zurück zu den kleinen Clubs wollten, sie aber nicht erwartet hätten, dass es so klein werden würde. Mit seiner charmanten Art eroberte der Finne den Raum recht schnell und hatte bereits die Lacher auf seiner Seite. So verschaffte er sich und seinen Kollegen auch noch ein bisschen Zeit, um sich an die doch recht intime Situation zu gewöhnen.
Da keiner der Anwesenden mehr als zwei Songs kannte, machte der Sänger sich einen kleinen Spaß und witzelte, dass sie ja eigentlich jeglichen ‚Bullshit‘ singen könnten und keiner würde das merken, da niemand die Lyrics der anderen Lieder kannte.

Nachdem Samu sich vergewissert hatte, dass auch seine Bandkollegen bereit waren, konnte es los gehen. Als erstes wurde Heartbreak Century gespielt, welcher auch der Titelsong des kommenden Albums ist und am nächsten Tag als dritte Singleauskopplung veröffentlicht wurde. Die Melodie ging sofort ins Ohr und es dauerte nicht lange, bis das Publikum mitklatschte und versuchte, den Refrain zu singen.

Den zweiten Song Room beschrieb Samu mit den Worten: „This song is about a room, room full of Love.“ Dieses Gefühl transportierte er mit seiner tiefen, ruhigen Stimme mühelos auf seine Zuhörer, so dass man diesen ‚room full of love‘ deutlich spüren konnte. Alle lauschten zunächst andächtig auf den Text und als das Lied etwas schneller wurde, forderte Samu zum mitsingen auf, was sich das Publikum nicht zwei mal sagen ließ. Ein mehrstimmiges „Let’s call it, let’s call it, let’s call it love.“ erklang von den Menschen vor der Bühne, was die Wirkung nicht verfehlte, denn am Ende des Liedes konnte man in die zufriedenen Gesichter der fünf Finnen blicken.

Es folgte das Lied Beautiful, welches Sunrise Avenue ihren weiblichen Fans gewidmet haben. Obwohl die Band schon viele Jahre unterwegs ist, sind es die persönlichen Geschichten der Fans, die ihnen noch immer wirklich nahe gehen und mit denen sie sich beschäftigen. Laut Samu ist dieser Song für alle, die sich manchmal unsicher, hässlich, müde und alleine fühlen. Auch ihnen würde es oft so gehen und besonders er fühlte sich oftmals hässlich. Der Text dazu klang nach einer Aufmunterung und zeigte, dass wir mit solchen Gefühlen nicht alleine sind.

Um die Gefühlslage wieder etwas aufzulockern kam als nächstes die erste Singleauskopplung I Help You Hate Me und Samu hatte einen speziellen Wunsch an das Publikum: Ab der zweiten Strophe hörte man im Hintergrund des Liedes nach jedem Satz ein ‚Hey‘ und der Frontmann wollte dies von der Menge hören. Zudem sollten alle laut ‚I Help You Hate Me‘ rufen, sobald es an der Reihe war.
Da aber alle gleichzeitig den Text mitsingen wollten, klappte dies nicht so wirklich und es folgten einige, mit Gelächter begleitete, Versuche bis es einigermaßen funktionierte. Samu entschied, dass es besser war wenn Sami, der Drummer, zum Hey immer ein Handzeichen gab, was dieser während des Songs aber auch nicht zuverlässig angezeigt hat. Gegen Ende kamen dann doch alle durcheinander, so dass nur noch geklatscht und gesungen wurde. Danach bat der Sänger mit einem Augenzwinkern, dass dies alle bis zur Tour doch bitte noch ein bisschen üben sollten.

Der Text zu Flag entstand, als Samu über die Oberbaumbrücke in Berlin ging, sich ein bisschen alleine fühlte und über das Leben nachdachte. Im Lied geht es darum, dass man sich selbst nicht so klein machen und auch mal was wagen soll.
In der kleinen Verschnaufpause danach gab Samu lachend zu, dass gerade jede einzelne seiner Gehirnzellen angestrengt am arbeiten sei. Zudem erwähnte er, dass sie noch niemals erlebt hätten, dass wirklich niemand ein Handy oder Fotoapparat vor sich hatte, das nach dieser Show aber ruhig weiterhin gemacht werden könnte, weil sie diese online Promotion brauchten.

Er erzählte, dass die neuen Lieder persönlicher seien, als jemals zuvor und es „Deep into the Heart, Life, Soul, Anything.“ ging. Nach diesem Satz startete Let Me Go und überwältigte das Publikum bereits nach wenigen Sekunden. Leise begleitet durch das Piano, erfüllte die kraftvolle Stimme den ganzen Raum und man fragte sich, was wohl passiert war, dass der Sänger so energisch „Let me go“ flehte. Für einen kurzen Moment herrschte Stille, bevor die Menge laut jubelnd applaudierte.

Nun gab es nur noch ein Lied auf der Liste und Samu bat die Zuhörer, sich dazu etwas vorzustellen:
‚Man ist ganz weit weg von zu Hause, sehr weit weg, sehr alleine und ein bisschen ängstlich.‘
Das war nicht so schwer, denn so ging es uns schließlich allen mal.
Was er danach sagte, klang allerdings eher so als würde er über sich reden:
‚Man wüsste nicht, ob das alles jemals wieder passieren würde, die Gesichter in der Menge zu sehen, das Abklatschen hinter der Bühne. Ob das jemals wieder funktionieren würde und ob man das überhaupt jemals wieder machen möchte.‘ Er meinte, wenn dich das wirklich erschreckt, dann schreibt man ein Lied darüber und das heißt Home.
Auch hierbei hörte man kaum ein Geräusch aus der Menge, denn alle waren noch ergriffen von der Beschreibung und hörten einfach nur auf die gesungenen Worte. Nach diesem Lied wussten wir alle, zu Hause ist kein Ort, sondern ein Gefühl, welches man überall hin mitnehmen kann.

Mit dieser Botschaft verließ Sunrise Avenue die Bühne und wurde nach kurzer Zeit wieder zurück gerufen. Samu gestand, dass sie tatsächlich nur Zeit hatten diese 7 Lieder zu proben, sie aber gerne noch etwas anderes für uns spielen könnten. Es folgten laute Zwischenrufe verschiedener Lieder und Samu meinte lachend, dass es wie auf dem Fischmarkt klang.
Schließlich entschied sich die Band für Bad (Popgasm / 2009) wobei der Frontmann sich noch bei seinem Gitarristen erkundigen musste, wer den Anfangspart hatte. Nachdem er die Melodie und einzelne Textzeilen leise vor sich hingesummt hatte, sah es so aus als wäre er bereit dafür. Er schaffte drei richtige Sätze, bevor sich der erste kleine Fehler einschlich und brauchte ab dann die Unterstützung der Fans, um das Lied zu beenden. Da in diesem Falle die Freude dieses Lied zu hören und der Spaß es gemeinsam zu singen im Vordergrund stand, hatte keiner ein Problem mit den kleinen Texthängern, denn das machte den Finnen nur umso sympathischer.

In ähnlicher Lautstärke wie zuvor, wurde über den nächsten Song diskutiert, bis sich Sunrise Avenue für Hollywood Hills entschied. In gewohnter Art und Weise bildeten Sänger und Publikum beim singen eine Einheit und es war so, als hätte es diese Pause niemals gegeben. Textsicher sangen sowohl Samu, als auch die Fans ‚Hollywood Hills‘ von der ersten bis zur letzten Strophe gemeinsam, was den folgenden Abschied umso schwerer machte. Dieses Lied war noch immer etwas Besonderes und es wirkte so, als hätten alle am liebsten einfach immer weiter gesungen.
Unter großem Applaus und Jubel verabschiedete Sunrise Avenue sich nun endgültig und hinterließ ein glückliches Publikum. Das vorher angekündigte Meet & Greet, bzw. Get together fiel, zur Enttäuschung und Verwunderung der anwesenden Fans, ohne nähere Angabe von Gründen aus.

Fazit: Es war ein sehr gelungener Abend, der wirklich Lust auf das kommende Album macht. Die Texte sind sehr persönlich, ansprechend, spenden Trost und regen zum Nachdenken an.
Sunrise Avenue hat eine aktuelle Thematik in stimmungsvolle und tiefgründige Lieder verpackt und wir dürfen auf die restlichen gespannt sein.

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