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World of Warcraft 3 Reforged: das schlechteste Upgrade aller Zeiten?

Mit Spannung und hohen Erwartungen blickte die Fangemeinde dem neusten Upgrade World of Warcraft 3 Reforged entgegen. Es ist fast so, als gehe ein neuer einarmiger Bandit online. Das Entwicklerunternehmen Blizzard kündigte zahlreiche Neuerungen für den überarbeiteten Klassiker an, der bereits seit dem Jahre 2002 die Spieler begeistert und eine eingeschworene Fangemeinde versammelt hat. Dazu sollten verbesserte grafische Darstellungen und aufgepeppte Funktionen gehören, was allerdings in eine Katastrophe münden sollte.

Es ist eben nicht einfach, das Jahr 2002 in das Jahr 2020 zu bringen, denn es müssen einige Entscheidungen getroffen werden. Ist es das Ziel eines überarbeiteten Titels, dem Spiel einfach einen neuen Anstrich zu geben und an früheren Funktionen soweit wie möglich festzuhalten oder sollen die Entwickler etwas weiter in die Tiefe gehen und es wirklich modernisieren, um am Ende ein völlig neues Spiel zu kreieren? Das ist wahrlich ein Dilemma, denn niemand weiß im Vorfeld, wie die Fans reagieren werden.

Und die haben reagiert, nachdem Warcraft 3 Reforged veröffentlicht worden war, allerdings nicht so, wie es sich der Entwickler Blizzard erhofft hatte, denn die Community bewertete das Spiel, aber diese waren alles andere als positiv. Blizzard scheint in der letzten Zeit ohnehin vom Pech verfolgt, war doch das mobile Release Diablo Immortal für das Smartphone bereits ein Flop.

Was kritisieren die Fans an Warcraft 3 Reforged?

Kritiken gab es massenhaft, wie das Magazin Forbes zu berichten wusste. Diese begannen bereits, als klar wurde, dass jeder Spieler dazu gezwungen war, vom klassischen Client auf die Reforged Version zu wechseln, so dass das Spielen überhaupt möglich ist. Doch schon in den ersten Tagen gab es massenhaft Störungsmeldungen. So berichteten die Fans unter anderem von überaus lästigen Bugs, die den Spielgenuss um ein Vielfaches geschmälert hatten. So wurden Grafiken erst gar nicht geladen. Darüber hinaus gab es Probleme beim Login,
Abstürze sowie Unterbrechungen der Server-Verbindungen. Bei einem Remaster eines Spiels, das bereits zwei Jahrzehnte alt ist, sollten solche Kinderkrankheiten eigentlich ausgeheilt sein.

Doch nicht nur rein technische Probleme wurden bemängelt. Auch das Erscheinungsbild sorgte für Widerstand. So sagten die Fans, dass die Benutzeroberfläche schlechter als vorher aussehe. Andere sagen, das Spiel ist im Allgemeinen schlechter geworden. Allerdings ist dies immer subjektiv.

Einige grundlegende Funktionen des Originals sind nicht mehr im Remaster enthalten. Laut einem Benutzer von reddit umfasst dies: automatisierte Turniere, Clans, Profile, Wettbewerbsleiter und vieles mehr. Die neue Benutzervereinbarung enthält eine Sprache, die im Wesentlichen alle vom Benutzer erstellten, benutzerdefinierten Spiele urheberrechtlich reguliert, so dass Blizzard die vollständige Kontrolle über alle vom Benutzer erstellten Inhalte hat. Die Auswirkungen sind recht groß, aber im Grunde ist es ein Versuch von Blizzard, nie wieder eine Dota 2-Situation zuzulassen.

Im Gegensatz zu StarCraft, Warcrafts Science-Fiction-Geschwister, konzentriert sich Warcraft 3 mit Fantasy-Motiven auf kleinere Armeen, die aus weniger, aber mächtigeren Einheiten bestehen. Für viele Fans waren der kleinere Umfang und die stärkeren Helden ein großer Anziehungspunkt, und dieses Design führte direkt zu Nachkommen wie Dota 2 und League of Legends. Die Geschichte und die Kampagne waren auch reich genug, um die Bühne für das größte MMORPG aller Zeiten, World of Warcraft, zu bereiten.

WoW Remastered: nicht alles ist schlecht, aber vieles

Die Spieler nehmen eine von vier Fraktionen an: die menschliche Allianz, die orkische Horde, die finsteren Untoten und die mysteriösen Nachtelfen. Die Spieler bauen Basen auf, wählen mächtige Helden aus und stellen Armeen auf. Es ist ein Spiel mit hohem Fokus und hoher Geschicklichkeit, bei dem die Spieler ihre mächtigsten Einheiten zusammen mit einer Masse von Truppen kontrollieren müssen, während sie gleichzeitig die Infrastruktur aufbauen, um sich zu verbessern und sich vor feindlichen Spielern zu schützen.

Die Charaktere im ursprünglichen Spiel waren blockig und hatten eine sperrige Anatomie. In Reforged sind sie schön aufgearbeitet. Eine der Hauptfiguren, Prinz Arthas, war ursprünglich eine Reihe flacher Flugzeuge mit riesigen Augenbrauen und einem Mund, der mit seinen gesprochenen Linien zu kämpfen hatte. Jetzt ist er ein wunderschön geformter Mann mit den richtigen Proportionen. Sogar gewöhnliche Soldaten haben die gleiche Behandlung erhalten. Die Modelle sind auf ganzer Linie eine Verbesserung und in Zwischensequenzen viel klarer.

Die guten Teile von Reforged unterstreichen jedoch meistens das verpasste Potenzial. Es sieht fast so aus, als wären die Umgebung, die Charaktere und die Gebäude jeweils isoliert gestaltet. Die Charaktere ragen über das flache Gelände, das neben den hochdetaillierten Armeen ruckelt und anderen Levels enttäuschend ähnlich ist. Es spielt keine Rolle, ob man eine Invasion in ein Elfenreich plant, eine Bruchlandung an den fernen Ufern von Kul Tiras vorhat oder eine Verteidigung an den Hängen des alten Weltbaums auf einem verlorenen Kontinent vorbereitet – die Umgebungen sind alle rau und einfach und gleichen eher einer Basis hausgemachter Warhammer-Modelle als einer üppige Welt zum Erkunden. Die Qualität der modernen Geräte macht diesen Mangel nur noch deutlicher.

Das, was WoW bisher ausmachte, funktioniert übrigens immer noch! Es ist immer noch eine gute Geschichte, und nichts daran ist irrelevant geworden. Die Frage ist, ob es noch Spaß macht zu spielen.

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